
Intelligente Orthesen fühlen Bewegung
Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) arbeiten an intelligenten Orthesen mit Tastsinn. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 960.000 Euro.
Nach Schlaganfällen oder Rückenmarksverletzungen kann die Beweglichkeit von Händen und Armen eingeschränkt sein. Technologische Ansätze könnten helfen, diese Funktionen wiederherzustellen. Ein interdisziplinäres Team der FAU entwickelt Orthesen, die Muskelimpulse erkennen und sie in Bewegung umsetzen. Was dabei noch fehlt, ist eine fühlbare Rückmeldung an die Nutzer, um die Bewegungen richtig einschätzen zu können.
Im Projekt „Bidirektionale Schnittstelle zwischen Neuroorthesen und Nutzenden zur interaktiven Kontrolle“(BIONIK) entwickeln die FAU-Wissenschaftler eine Schnittstelle zwischen Nervensystem und Orthese. Dabei erfassen Sensoren, wenn der Nutzer einen Gegenstand greift, und melden an das Gehirn, wie fest die Griff ist. Ein Armband kann gezielte Vibrationen erzeugen, sobald es die Bewegungsintention erkennt, um die Erkennung durch die Sensoren zu verbessern. Zudem programmiert das Forschungsteam eine Software, mit der die Nutzer die Orthese einstellen können. Sie entscheiden damit selbst, wie die Orthese arbeiten soll: autonom, assistiv oder manuell angesteuert.
Bereits seit 2023 forschen das Neuromuscular Physiology and Neural Interfacing Laboratory (n-squared lab) und der Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS) im Projekt GraspAgain an mechanischen Unterstützungssystemen. Ziel ist es, die Handfunktion so weit wiederherzustellen, dass Betroffene mehr als 90 Prozent der Alltagsaufgaben selbstständig erledigen können. Diese Erkenntnisse fließen in das BIONIK-Projekt ein.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Projekt im Rahmen des Programms „START-interaktiv“ von April 2026 bis März 2029 mit 960.000 Euro.

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